Der Besuch von DarkMatter in Berlin vor einem Jahr sollte mich tief berühren. Ich kannte das New Yorker Perfomance Duo, bestehend aus Alok Vaid-Menon und Janani Balasubramanian, bereits aus Instagram und Youtube. Ihre Kunst und Politik  zeigten mir noch einmal, dass wir niemals sensibel, niemals soldarisch und niemals reflektiert genug sein können: „Love means listening differently every time“.  Anders zuhören und uns dabei eingestehen, dass nicht zuletzt unsere Sprachen zu vielen Realitäten nicht gerecht werden.

„Wenn alle leiden sollen, um mit ihrem Leiden die ewige Harmonie zu erkaufen, was haben die Kinder damit zu tun? (…) Es ist unbegreiflich, weshalb auch sie leiden und die Harmonie mit ihren Leiden erkaufen sollen. Weshalb sind ausgerechnet sie unter das Material geraten und haben für irgend jemand die künftige Harmonie zu düngen? (…) Oh, Aljoscha, das ist keine Gotteslästerung! Ich stelle mir vor, wie gewaltig die Erschütterung des Weltalls sein müßte, wenn alles im Himmel und unter der Erde sich in einem einzigen Lobgesang vereint und alles Lebende und Gelebthabende ausruft: > Ja, Herr, allmächtiger Gott, Deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht!<  Wenn die Mutter ihren Peiniger, dessen Hunde ihren Sohn zerrissen haben, umarmt und wenn alle drei unter Tränen verkünden: > Gerecht sind deine Gerichte, Herr!<, dann ist die Krönung der Erkenntnis eingetreten, und alles erklärt. Und gerade hier komme ich an den Punkt, den ich nicht hinnehmen kann.